CHINESISCHE KAMPFKUNST


Wushu/Kung Fu


Wushu ist der Dachbegriff für alle chinesischen Kampfkunstarten, welche sich im Laufe von 15 Jahrhunderten entwickelt haben. Dazu gehören unter anderem das berühmte Shaolin-Kung Fu, die Ausprägungen des heutigen Wettkampf-Wushu und die verschiedenen Taiji-Stile. Während in China selbst kein Unterschied zwischen Wettkampf-Wushu (auch modernes Wushu genannt) und traditionellem Kung Fu gemacht wird (alles wird als Wushu bezeichnet), hat man sich vor allem in Europa und den USA angewöhnt, diese Unterschiede zu machen.


Als Ursprung aller Wushu/Kung Fu-Stile gilt das legendäre Shaolin-Kloster, welches sich auch heute noch am Fusse des Songshan-Massivs in der Provinz Henan befindet. Das Shaolin-Kung Fu entstand vor ca. 15 Jahrhunderten. Erster Abt des Klosters war der indische Mönch Ba Tuo. Von ihm angeworbene Mönche formten mit den Jahren Geschicklichkeitsübungen in Verteidigungsübungen um. Weiteren Einfluss auf die Entwicklung des Shaolin-Kung Fu, hatte die Ankunft des indischen Mönchs und 28. Nachfolgers Buddhas, Boddhidarma (chin. Da Mo). Seine Form des Buddhismus, heute in der Welt als „Zen“ (chin. Chan) bekannt, beeinflusste die Entwicklung nachhaltig. Meditations- und Atemübungen sind seither Bestandteil der meisten Kung Fu/Wushu-Stile.


Auch im Wushu-Zentrum werden traditionelle Kung Fu-Stile unterrichtet. Wir haben uns zum einen auf Formen spezialisiert, die direkt auf das Shaolin-Kloster zurückgehen und noch heute dort geübt werden. In unserem Unterricht kann man unter anderem die Formen „Shaolin Xiao Hong Quan“, „Shaolin Tong Bei Quan“ und „Shaolin Da Hong Quan“ erlernen. Zu unserem Unterrichtsprogramm gehören noch weitere Formen, darunter auch Waffenformen. Zum anderen unterrichten wir traditionelles südliches Kung Fu in der Tradition der Familie Wu aus Guangzhou (siehe dazu auch die Homepages www.wushu.de und www.qigong-zentrum.de der Hauptvertreter der Familie Wu). Diese vereint Charakteristika der großen südchinesischen Stile Choy Li Fat und Hung Kuen (Hung Gar), welche bedeutende Stile der südlichen Richtung sind.




Sanda (Vollkontakt Kung Fu)


Sanda ist ein chinesischer Vollkontakt-Sport, dessen Wurzeln aus den chinesischen Kampfkünsten stammen.

Historisch ist Sanda aus den Leitai-Kämpfen entstanden, welche wiederum das traditionelle Wushu als Grundestein hatte. Leitai bezeichnete eigentlich die erhöhte Kampffläche, welche man auch im heutigen Sanda wieder findet. Früher wurden Kämpfe oft bis zum Tod des einen Gegners ausgetragen, heute sorgt eine klare Reglementierung für faire und möglichst verletzungsfreie Wettkämpfe.

Mit dem Begriff Sanda wird - frei übersetzt – der chinesische Freikampf bezeichnet. Dieser Sport wird heute nach den Regeln der IWuF (International Wushu Federation) weltweit verbreitet, so auch in der Schweiz, wo Sanda seit Jahren zum Wettkampf-Programm gehört.